Mountainbike: Der Berg ruft – auf zwei Rädern über Stock und Stein

Welcher Mountainbike-Typ bin ich? Welcher Sattel ist der richtige? Wo finde ich als Einsteiger die wichtigsten Infos? Antworten darauf finden Sie in unserem Mountainbike-Ratgeber.

date_range19. August 2019
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Wenn die Temperaturen steigen und der Regen nachlässt, heißt es wieder: Nix wie raus und rauf aufs Rad. Vorbei ist das Radeln auf dem Heimtrainer und im Fitnessstudio. Statt digitalen Berg- und Talprogrammen, können Sie sich nun endlich die volle Dröhnung Natur geben. Mountainbike fahren ist der ideale Freizeitsport für die Gesundheit, denn er hält Herz- und Kreislauf auf Trab, fördert die Konzentration und Aufmerksamkeit und sorgt für eine gute Portion Abenteuer.

 

Damit das Mountainbike (kurz: MTB) Ihnen aber nicht die Tour vermasselt, sollten Sie sich für das passende Modell entscheiden. Diese Mountainbike-Tipps gilt es bei der Wahl des Bikes zu beachten.

 

Modell: Hardtail oder Fully

 

Fortgeschrittene Fahrer, aber auch Einsteiger haben die Qual der Wahl: Soll es ein Hardtail- oder Fully-Modell sein? Die beiden Bezeichnungen spielen auf die Konstruktionsweise der Räder an. Bei einem Hardtail-Bike ist nur das Vorderrad gefedert, der hintere Teil ist fest, bzw. hart (daher: „hard tail“). Für Straßen sowie Wald- und Feldwege und gelegentliche Downhill-Fahrten ist das meist ausreichend.

 

Je nach Tour sollte mann auch das Modell des Mountainbikes wählen. Für Waldboden und unwegsames Gelände eignet sich besonders das Fully.

Je nach Tour sollte man auch das Modell des Mountainbikes wählen. Für Waldboden und unwegsames Gelände eignet sich besonders das Fully.

In der Anschaffung ist das Hardtail-Bike generell günstiger als das Full Suspension-Modell, kurz Fully genannt. Das Fully ist vorne und hinten gefedert und somit rückenschonender, außerdem sorgt es für gute Bodenhaftung. Mit ihm lässt es sich über Schotterpisten ebenso bequem fahren wie über Singletrails. Viele Fahrer fühlen sich in unwegsamem Gelände sowie auf Cross Country-Trails damit sicherer.

 

Rahmengröße

 

Sie ist ganz entscheidend für den Fahrspaß und bemisst sich nach Ihrer Schrittlänge. Für den Selbstversuch stellen Sie sich barfuß mit dem Rücken an eine Wand. Klemmen Sie sich ein Buch in den Schritt und messen Sie mit Maßband oder Zollstock den Abstand vom Fußboden bis zur Oberkante des Buches. Das ist Ihre Schrittlänge in Zentimeter. Um die Zollgröße zu bestimmen wird die Schrittlänge mit 0,225 multipliziert. Das Ergebnis entspricht der Rahmengröße Ihres Mountainbikes. Sollten Sie zwischen zwei Rahmengrößen schwanken, müssen Sie entscheiden: Als eher sportlicher Fahrer empfiehlt sich die kleinere Größe. Wenn Sie für mehr Bequemlichkeit beim Tourenfahren sind, wählen Sie lieber den größeren Rahmen.

 

Laufradgröße

 

Am Anfang waren alle Mountainbikes mit 26 Zoll-Rädern ausgestattet. Mittlerweile gibt es zahlreiche Modelle mit 27,5- und 29 Zoll-Rädern. Die beiden kleineren sind nicht nur wendiger als ihr großer Bruder und man kann mit ihnen schneller beschleunigen. Die 29-er Laufradgröße ist vor allem für Hardtails geeignet. Mit dem größeren Reifendurchmesser rollt es sich geschmeidiger über unwegsames Gelände, er zeichnet sich durch eine hohe Laufruhe und bessere Bodenhaftung aus. 29-Zoll Räder benötigen jedoch einen entsprechend großen Rahmen, weshalb sie für Fahrer unter 1,80 Metern nicht so gut geeignet sind. Außerdem sind sie schwerer und erhöhen damit das Gesamtgewicht des MTB. Es gilt die Faustregel: Je kleiner und agiler der Fahrer, desto geringer die Radgröße.

 

Schaltung und Bremsen

 

Das Schaltwerk ist das Herz des MTB, sozusagen sein Antrieb. Wer hauptsächlich Touren fährt, sollte auf eine große Bandbreite bei der Übersetzung achten. Am gängigsten sind Kurbeln mit zwei Kettenblättern, für die man aber etwas Fahrerfahrung haben sollte. Für Einsteiger empfiehlt sich ein Bike mit Dreifach-Kurbel. Bei Bremsen sind hydraulische Scheibenbremsen ein Muss. Sie sind in der Regel auch bei Einsteiger-Bikes verbaut. Die Bremshebel sollten sich ohne Probleme bedienen lassen. Achten Sie daher darauf, dass die so genannte Hebelweite auf Ihre Bedürfnisse eingestellt ist.

 

Das Material

 

Aluminium ist das gängige Material der Wahl. Es ist äußerst widerstandsfähig und preislich erschwinglich. Wer nicht aufs Geld achten will oder muss, wählt einen superleichten Carbon-Rahmen. Dank der hohen Steifigkeit des Materials lässt sich so manches Kilo einsparen.

 

Carbon-Räder sind nicht nur robust, sondern auch extrem leicht – ein klarer Vorteil im Handling.

Carbon-Räder sind nicht nur robust, sondern auch extrem leicht – ein klarer Vorteil im Handling.

Wer sein Rad schon mal durch den Wald oder den Berg herunter tragen musste, weiß das zu schätzen.

 

Der Sattel

 

Frei nach dem Motto: Wer suchet der findet, gibt es für jedes Hinterteil den passenden Sattel. Nur welcher ist es? Laut einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln ist der Sitzknochenabstand dabei von entscheidender Bedeutung. Der Druck wird demnach nur dann optimal verteilt, wenn der Sattel die richtige Breite für Ihren Allerwertesten hat. Ein weiteres Kriterium für die Sattelwahl ist die Sitzposition. Sitzen Sie eher sportlich, können Sie zu einem schmaleren Modell greifen, weil Sie weniger mit dem Sitzknochen als vielmehr mit dem Schambeinknochen aufliegen. Aber: Diese Sitzposition erhöht den Druck auf den Schambereich. Entgegen der weit verbreiteten Annahme lösen Modelle mit Loch in der Mitte das Problem der Druckverlagerung nicht, da sie den Druckbereich an den Rand verschieben und dort sogar verstärken.

 

Mit dem Rad sicher durchs Gelände

 

Je nachdem in welchem Gelände man als Mountainbiker unterwegs ist, ändern sich auch die Ansprüche an die Ausrüstung. Trotzdem gibt es einige grundsätzliche Dinge, ohne die man sich nicht auf die Piste begeben sollte. Mit dieser Ausrüstung kommen Sie heil über Stock und Stein und wieder nach Hause.

 

  • Beleuchtung
    Beleuchtung ist auch für ein Mountainbike ratsam. Wenn Sie bei Ihren Touren auf öffentlichen Straßen und Wegen unterwegs sind, ist sie sogar Pflicht – und muss der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung gemäß nachgerüstet werden. Übrigens: Zur Verkehrssicherheit eines MTB gehört auch eine Klingel oder Fahrradglocke, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen.

 

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