Unter Strom: Infos rund ums E-Bike

E-Bike oder Pedelec, was ist eigentlich der Unterschied? Lesen Sie hier Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zu Elektrofahrrädern.

date_range17. Januar 2020

E-Bikes haben ihren Preis. Wer auf gute Qualität bei Bremsen, Rahmen sowie beim Antriebssystem Wert legt, muss mit Kosten von mindestens 2000 Euro und mehr rechnen. Der hohe Anschaffungspreis macht sich jedoch auf lange Sicht bezahlt, denn erfahrungsgemäß haben Käufer von Billigvarianten wenig Freude an ihrem Elektrofahrrad.
Wer sparen möchte, kann sich nach gebrauchten E-Bikes umschauen oder beim Händler gezielt nach Vorjahresmodellen oder Vorführrädern fragen.

 

Nun ist E-Bike ist nicht gleich E-Bike, und vor dem Kauf eines elektrisierten Drahtesels sollte man sich ein paar Fragen stellen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Pedelec, E-Bike und S-Pedelec?

 

Pedelec (Pedal Electric Cycle): Der Hilfsmotor unterstützt den Fahrer beim Treten mit einer Höchstleistung von 250 Watt. Der Unterstützungsgrad kann in mehreren Stufen eingestellt werden und orientiert sich an der Pedalkraft oder der Trittfrequenz des Fahrers. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h schaltet sich der Zusatzantrieb automatisch ab. Wer dennoch schneller fahren will, muss das ohne Unterstützung, aus eigner Körperkraft bewerkstelligen. Das Pedelec gilt rechtlich als Fahrrad. Es darf auf Radwegen fahren, muss weder versichert noch zugelassen werden. Der Fahrer unterliegt nicht der Helmpflicht und benötigt keine Fahrerlaubnis.

 

E-Bike: Das E-Bike lässt sich mit Hilfe eines Drehgriffs oder Schaltknopfes auch ohne Treten bewegen. Die Leistung des Elektroantriebs darf 500 Watt, die Geschwindigkeit 20 km/h nicht überschreiten. E-Bikes gelten als Kleinkraftrad oder Leicht-Mofa. Sie unterliegen der Versicherungspflicht und der Fahrer benötigt eine Betriebserlaubnis. Wer ein E-Bike fahren will, muss außerdem mindestens 16 Jahre alt sein, um zumindest eine Mofa-Prüfbescheinigung vorweisen zu können.

 

S-Pedelec: Das S-Pedelec ist die so genannte S-Klasse unter den E-Bikes und ist eine Mischform der beiden oben genannten Varianten. Wie beim Pedelec darf der Motor den Fahrer nur bei gleichzeitigem Treten unterstützen. Der Hilfsmotor schaltet sich allerdings erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Die Höchstleistung des Motors darf auch hier maximal 500 Watt betragen. Für das S-Pedelec benötigt man eine Betriebserlaubnis und es ist versicherungspflichtig. Außerdem muss der Fahrer mindestens eine Fahrerlaubnis der Klasse AM besitzen.

 

Welches Rad passt zu mir?

 

Wollen Sie das Elektrorad als Sportgerät oder in der Freizeit nutzen, empfiehlt sich dafür das klassische Pedelec. Mit ihm darf man (fast) überall fahren, da es wie ein normales Fahrrad eingestuft wird. Man kann, muss aber den Antrieb nicht nutzen, so dass sich das Pedelec auch als ein zweites Fahrrad nutzen lässt. Kinderanhänger dürfen damit jedoch nicht genutzt werden.

 

Wer schnell vorankommen möchte und als Pendler eine Alternative zu Auto, Bus, S- und U-Bahn sucht, für den ist ein E-Bike, bzw. ein S-Pedelec besser geeignet. Aufgrund seines stärkeren Antriebs und der höheren Unterstützung kann man damit auf dem Weg zur Arbeit mehr, schneller und vor allem auf entspannte Weise Kilometer machen.

 

Geschaeftsmann faehrt mit dem Elektro-Fahrrad zur Arbeit

 

Wie lange hält der Akku?

 

Das hängt ganz von der Fahrweise und der Häufigkeit ab. Der Akku bestimmt in Kombination mit dem Motor und der Nutzung des E-Bikes die Reichweite des Elektrorads. Zu beachten ist, dass mehr Strom verbraucht wird, wenn der Fahrer viel Gewicht auf die Waage bringt, ein Kinderwagen oder Lastenträger angehängt ist, man viel bergauf fährt. Die Leistung sinkt außerdem mit zunehmendem Alter des Akkus und verringert sie verringert sich bei Kälte.

 

Hier stellt sich wieder die Frage, für was das E-Bike eingesetzt wird? Als Faustregel kann man davon ausgehen, dass eine Akkuladung bei einer moderaten Fahrweise im Schnitt 100 Kilometer hält. Fährt man damit täglich nur zur Arbeit und wieder nach Hause (auch wenn es 30 Kilometer oder mehr sind), braucht es trotzdem keinen schweren, großen Akku.

 

Wo darf ich mit meinem Elektrofahrrad fahren?

 

Das Pedelec mit einer Leistung von bis zu 25 km/h gilt rechtlich als Fahrrad und darf auf allen Radwegen genutzt werden. Das S-Pedelec darf dort jedoch nicht fahren. Auf Radwegen darf man mit dem schnellen S-Pedelec auch dann nicht fahren, wenn sie für Mofas frei gegeben sind.

 

E-Bikes ist das Fahren auf Radwegen nur erlaubt, wenn eine entsprechende Beschilderung wie „Mofas frei“ oder „E-Bikes frei“ dies anzeigt. Überall dort, wo ein Schild das Befahren mit Motorkrafträdern verbietet, gilt dies auch für E-Bikes und S-Pedelecs.

 

In Einbahnstraßen, die in der Gegenrichtung für Fahrräder freigegeben sind, dürfen E-Bikes nicht in Gegenrichtung einfahren, Pedelecs hingegen schon. Diese Unterschiede gelten übrigens auch für Waldwege und für Radfahrer freigegebene Fußgängerzonen.

 

Welche Antriebe gibt es und worin unterscheiden sie sich?

 

Es gibt drei verschiedene Antriebskonzepte: Front-, Mittel- und Heckmotor. Der Frontmotor ist vor allem als E-Bike-Antrieb für kurze Strecken in der Stadt gut geeignet. Er sitzt in der Vorderradnabe und funktioniert mit jeder Form der Gangschaltung sowie mit einer Rücktrittbremse. Darüber hinaus ist der Vorderradantrieb verhältnismäßig kostengünstig. Durch sein vorn gelagertes Gewicht erschwert der Frontmotor das Lenken, daher kann man beim Anfahren am Berg und auf nassem oder rutschigem Untergrund Probleme bekommen. Für eine sportliche Fahrweise oder Touren durch anspruchsvolles Gelände eignet er sich nicht.

 

Der Mittelmotor erfreut sich aufgrund seiner Allrounder-Qualitäten besonderer Beliebtheit. Bei ihm ist das Gewicht des E-Bikes optimal verteilt, so dass das Fahrverhalten des Rades kaum beeinflusst wird. Das Fahrgefühl ist dem eines normalen Fahrrads ohne Motor ganz ähnlich. Außerdem lässt sich der Mittelmotor mit allen Schaltungsarten kombinieren.

 

Die Motorposition in der Hinterradnarbe eignet sich besonders gut für sportliche Fahrer. Sein Schwerpunkt verlagert sich entsprechend nach hinten, wodurch dort eine größere Traktion entsteht. Der E-Bike-Heckmotor wird mit einer Kettenschaltung kombiniert, daher muss bei diesen Modellen auf die Rücktrittbremse verzichtet werden. Der Hinterradantrieb hat zudem ein Alleinstellungsmerkmal: ein Teil der Antriebsenergie lässt sich mittels Rekuperation wieder in den Akku einspeisen.

 

Elektro-Fahrrad mit Mittelmotor

 

Zum Abschluss noch eine kurze Zusammenfassung, welche Gründe generell für ein Elektrofahrrad sprechen:

  • Mit dem E-Bike fährt man entspannter, der Fahrer benötigt weniger Kraft und das Fahren ist weniger anstrengend.
  • Man kann sich bewegen, ohne sich zu überanstrengen.
  • Mit dem E-Bike lässt es sich gezielter trainieren, da man die Unterstützung zielgerecht (mal niedriger oder höher) einstellt.
  • Mit dem E-Bike lässt man öfter mal das Auto stehen und schont damit die Umwelt.
  • Fährt man zu zweit oder in einer größeren Gruppe, lassen sich Leistungsunterschiede leichter ausgleichen.
  • Mit dem Elektrofahrrad können Einkäufe bequemer transportiert werden.
  • Kinderanhänger dürfen zwar nur mit einem Pedelec benutzt werden, erleichtern ihren Transport gegenüber einem motorlosen Fahrrad dennoch erheblich.

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