Blasenentzündung durch Verhütungsmittel

5. Februar 2021

Viele Frauen, die wiederholt an einer Blasenentzündung erkranken, vermuten eine falsche Intimhygiene oder häufigen Geschlechtsverkehr als Auslöser ihrer Infektionen. Auch die Pille wird als Ursache häufig diskutiert und für andere Verhütungsmethoden wie z. B. Diaphragmen oder Kondome, die mit Spermiziden beschichtet sind, ist ein Zusammenhang bereits nachgewiesen Für Frauen, die häufig an Blasenentzündungen leiden, lohnt es sich daher, über alternative Verhütungsmethoden nachzudenken.

Wie eine Blasenentzündung durch Hormonmangel entstehen kann

Unter den gängigen Verhütungsmitteln ist in Deutschland die Antibabypille nach wie vor die meistgewählte Methode, um einer Schwangerschaft vorzubeugen.1 Neben ihrem gewünschten Effekt einer Unterdrückung des Eisprungs kann sich das verhütende Hormonpräparat jedoch auch negativ auf den Hormonhaushalt des weiblichen Organismus auswirken. Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist lang und reicht von Hautausschlag über Libidoverlust bis hin zu Depressionen.

 

Auch Scheidenflora und Blasenschleimhaut können sich verändern, wenn die Pille eingenommen wird. Dasselbe gilt für die Verwendung von Scheidendiaphragmen oder Spermiziden.2 In der Scheidenflora einer gesunden Frau tummeln sich Millionen von Milchsäurebakterien, die dort eine wichtige Aufgabe erfüllen: Sie sorgen für ein sauberes Vaginalmilieu und erschweren es Krankheitserregern, sich im Körper einzunisten. Ist das Hormon Östrogen in ausreichenden Mengen vorhanden, fühlen sich Laktobazillen wohl, sorgen durch die Produktion von Milchsäure für einen sauren pH-Wert und ermöglichen so eine gesunde Besiedelung der Scheide mit Bakterien. Verringert sich nun der Östrogenspiegel, zum Beispiel in der Menopause oder durch die Einnahme der Pille, werden die Laktobazillen durch andere Bakterien, auch schädliche Keime, verdrängt. Sobald die Erreger ihren Weg über die Harnröhre in Richtung Blase gefunden haben, besteht die akute Gefahr einer Blasenentzündung.

Muss ich die Pille wegen einer Blasenentzündung absetzen?

Um häufige Blasenentzündungen aufgrund von hormoneller Verhütung zu umgehen, liegt der Gedanke nahe, die Pille abzusetzen. Durch ein Absetzen des Präparats kann ausgetestet werden, ob die Blasenentzündungen in der Folge weniger werden und die Anfälligkeit für Infektionen insgesamt zurückgeht. Wenn auch du über diesen Schritt nachdenkst, solltest du allerdings wissen, dass ein Absetzen der Pille oft mit einem temporären Hormonungleichgewicht einhergeht. Außerdem kommt es bei vielen Frauen zu Beschwerden wie Kopfschmerzen oder unreiner Haut (Post-Pill-Syndrom). Vor allem, wenn du die Pille über einen langen Zeitraum eingenommen hast, dauert es in der Regel einige Monate, bis dein Hormonpegel sich wieder normalisiert hat und sich ein natürlicher Zyklus einstellt. Um besser herauszufinden, ob du die häufige Erkrankung an Blasenentzündungen durch den Hormonmangel mit dem Absetzen der Pille umgehen kannst, solltest du mit deinem Gynäkologen über die Thematik sprechen.

Kondome, Tabletten, Puder, ein Lippenstift und ein BH liegen auf einem Tisch.

Frauen, die häufig an Blasenentzündungen leiden, sollten über alternative Methoden zur Verhütung nachdenken

Wenn du die Pille wie viele Frauen in erster Linie wegen ihrer empfängnisverhütenden Eigenschaften eingenommen hast, stellt sich nach dem Absetzen auch die Frage nach einer geeigneten Alternative zur hormonellen Verhütung. Glücklicherweise existiert mittlerweile eine ganze Reihe von Verhütungsmethoden, die ähnlich zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen, ohne die Vaginalflora und Blase zu irritieren. Wenn auch du öfter zu Blasenentzündungen neigst, lass dich bei der Wahl des für dich passenden Verhütungsmittels am besten direkt von deinem Frauenarzt beraten.

Bieten Kondome einen zuverlässigen Schutz vor Blasenentzündungen?

Als Alternative zur Pille und anderen hormonellen Verhütungsmethoden scheinen sich Kondome auf den ersten Blick bestens zu eignen, da sie nicht in den sensiblen Hormonhaushalt der Frau eingreifen. Aber schützen Kondome auch effektiv vor Blasenentzündungen?

Zwei Frauen im Gespräch. Eine der beiden zeigt etwas auf einem Klemmbrett.

Die Antwort lautet hier leider: nein. Die Schutzfunktion von Kondomen beschränkt sich auf sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien oder Syphilis. Infektionen, die durch körpereigene Bakterien verursacht werden, können mit Kondomen hingegen nicht verhindert werden. Die meisten Blasenentzündungen entstehen durch körpereigene E. coli-Bakterien. Aufgrund der Bewegungen beim Geschlechtsverkehr gelangen diese Darmbakterien in die weibliche Harnröhre und von dort zur Blase, wo sie eine Infektion auslösen können. Diese Gefahr besteht auch dann, wenn beim Sex ein Kondom benutzt wird.

Dass durch Kondome eine Blasenentzündung ausgelöst wird, ist eher unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit steig allerdings, wenn Kondome verwendet werden, die chemische Zusatzstoffe enthalten. Einige Hersteller verkaufen zum Beispiel Produkte, die mit einem Gleitfilm überzogen sind. Dessen Inhaltsstoffe können dazu führen, dass die Vaginalflora irritiert und damit die Anfälligkeit für Infektionen bei der Frau erhöht wird. Auch Benzocain, Spermizide oder Latex kommen in der Herstellung vieler Kondome zum Einsatz. Weil auch diese Zusatzstoffe ein bakterielles Ungleichgewicht bewirken können, solltest du, wenn du zu Blasenentzündungen neigst, auch von Kondomen mit künstlichen Zusätzen absehen.

  1. Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) 2016
  2. Deutsche Gesellschaft für Urologie 2017. AWMF-Register-Nr. 043/044

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