Honeymoon-Zystitis – Von Erregern und Erregung

5. Februar 2021

Sexuell aktive Frauen sind besonders häufig von Blasenentzündungen (Zystitis) betroffen. Die weibliche Anatomie begünstigt die Übertragung von Keimen beim Geschlechtsverkehr und ebnet der sogenannten Honeymoon-Zystitis den Weg.

Warum es in den Flitterwochen verstärkt zu einer Blasenentzündung kommen kann

Ursprünglich stammt der Begriff „Honeymoon-Zystitis“ aus dem 20. Jahrhundert, als viele Frauen ihr “erstes Mal” in der Hochzeitsnacht erlebten. In den darauffolgenden Flitterwochen (englisch: “Honeymoon”) kommt es noch heute bei vielen Paaren zu vermehrtem Geschlechtsverkehr, was bei Frauen nicht selten eine Blasenentzündung nach sich zieht und das gemeinsame Glück der Hochzeitsreise trüben kann.

Unter einer Zystitis versteht man im Allgemeinen eine durch Bakterien ausgelöste Entzündung des unteren Harntrakts. Die Honeymoon-Zystitis ist nicht ansteckend. Die Begleiterscheinungen der Infektion werden von Frauen jedoch oft als sehr unangenehm empfunden. Zu den typischen Symptomen einer Honeymoon-Zystitis zählen:

 

  • plötzlicher, häufiger Harndrang
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen im Unterbauch

Mögliche Ursachen einer Honeymoon-Zystitis

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie nennt Geschlechtsverkehr als einen der Hauptrisikofaktoren für Harnwegsinfektionen.1 Durch häufigen Sex steigt das Risiko an einer Zystitis zu erkranken auf das bis zu 60-fache an.2,3 Verantwortlich hierfür ist vor allem die mechanische Beanspruchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie die Veränderung des Scheidenmilieus beim Sex. Die Intimzone der Frau wird gereizt, sodass sogar minimale Risse in den Schleimhäuten entstehen können. Auch die weibliche Anatomie begünstigt die Entstehung einer Blasenentzündung: Weil der Darmausgang bei Frauen nicht weit vom Scheideneingang entfernt liegt und die Harnröhre zudem nur wenige Zentimeter misst, können körpereigene Darmbakterien, leicht in die Blase aufsteigen. Diese Darmbakterien sind häufige Verursacher von Blasenentzündungen, da sie die Blase reizen und auf diese Weise eine Infektion auslösen können.

Ein neuer Sexualpartner stellt einen weiteren Risikofaktor für die Entstehung einer Honeymoon-Zystitis dar. Der Urogenitaltrakt der Frau braucht eine Weile, bis er sich an die unbekannte Genitalflora und die Mikroben des Mannes gewöhnt hat.

Ein Paar kuschelt im Outdoor-Bett mit Blick auf eine tropische Landschaft.

Daher sind Frauen, die zuvor noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, besonders anfällig für Blasenentzündungen. Dasselbe gilt für Frauen, die nach längerer Abstinenz zum ersten Mal wieder Sex haben, sowie für solche, die mit häufig wechselnden Partnern intim sind. Bestimmte Erkrankungen des Partners, wie etwa eine chronische Prostataentzündung, erhöhen ebenfalls das Risiko, sich durch die Keimübertragung beim Geschlechtsverkehr eine Honeymoon-Zystitis einzufangen.

 

Neben häufigem Geschlechtsverkehr gibt es noch viele weitere Gründe, die für eine Blasenentzündung verantwortlich sein können. Neben der Verwendung bestimmter Verhütungsmittel, die die Scheidenflora verändern, zählen auch eine falsche Intimhygiene sowie eine unausgewogene Ernährung zu den möglichen Ursachen von Harnwegsinfektionen.

Wie kann ich einer Honeymoon-Zystitis effektiv vorbeugen?

Die Angst, an einer Honeymoon-Zystitis zu erkranken, belastet viele Frauen und kann dazu führen, dass es ihnen schwerfällt, sich unbeschwert auf lustvolle Momente mit ihrem Partner einzulassen. Die gute Nachricht ist, dass vorbeugend einige Maßnahmen getroffen werden können, um das Risiko einer Honeymoon-Zystitis möglichst gering zu halten:

  • Toilettengang nach dem Geschlechtsverkehr: Unmittelbar nach dem Sex sollten Frauen die Toilette aufsuchen, um Bakterien durch das Urinieren auszuschwemmen. Hierbei kann es hilfreich sein, vor dem Geschlechtsverkehr ausreichend zu trinken, um das anschließende Wasserlassen zu erleichtern.
  • Warmhalten des Unterleibs: Eine Auskühlung des Unterleibs schwächt die Immunabwehr, wodurch Erreger leichter in die Harnröhre eindringen können.
  • Intimhygiene: Dass eine gründliche Pflege der Intimzone wichtig ist, steht außer Frage. Empfehlenswert ist eine sanfte Reinigung des Vaginalbereichs mit speziellen Intimwaschlotionen, wie die Lactacyd® Intimwaschlotion aus der Apotheke. Auf Seifen sollte hingegen besser verzichtet werden, da diese Produkte den natürlichen Säureschutzmantel der Haut schädigen können und damit eventuell sogar eine Blasenentzündung begünstigen, anstatt ihr vorzubeugen.

Pflanzliche Präparate mit Bärentraubenblätterextrakten wirken antibakteriell und fördern den Heilungsprozess bei Harnwegserkrankungen auf natürliche Weise.

Abbildung einer Bärentraube

Behandlung der Honeymoon-Zystitis

Manchmal passiert es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen: Einen Tag oder wenige Tage nach dem Geschlechtsverkehr treten die ersten Symptome einer Blasenentzündung auf. Sobald du typische Anzeichen wie starken, oft plötzlich auftretenden Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen bei dir feststellst, solltest du so schnell wie möglich aktiv werden. Die Einnahme von Antibiotika ist in der Regel jedoch nicht notwendig. Bei 80 % der auftretenden Zystitis-Fälle handelt es sich um unkomplizierte Harnwegsinfektionen 4, die ebenso effektiv und rasch mit pflanzlichen Präparaten wie Bärentraubenblätter-Extrakten kuriert werden können.

Quellen:

  1. Deutsche Gesellschaft für Urologie 2017; AWMF-Register-Nr. 043/044.
  2. Vahlensieck, Bauer et al. 2007; Nieren- und Hochdruckkrankheiten 36: 501-513.
  3. Vahlensieck, Bauer et al. 2015; Deutsches Ärzteblatt 112: 16-19.
  4. Naber, et al. 2019 Spektrum Urologie 03.

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