Kann falsche Hygiene zu einer Blasenentzündung führen?

5. Februar 2021

Frauen, die ein besonderes Augenmerk auf eine penible und gründliche Intimhygiene legen, wundern sich besonders, wenn ausgerechnet bei ihnen eine Blasenentzündung auftritt. Viele wissen nicht, dass eine übertriebene Intimhygiene Harnwegsinfektionen sogar fördern kann. Schuld daran sind meist die verwendeten Reinigungsprodukte.

Herkömmliche Pflegeprodukte beeinträchtigen die Scheidenflora

Durch die Pflege des Intimbereichs mit herkömmlichen Duschgels, Seifen oder entfettenden Salben kann der Schutzmantel der Schleimhaut in Mitleidenschaft gezogen werden. Die empfindliche Scheidenflora gerät in ein Ungleichgewicht, wodurch Bakterien es leichter haben, in die Scheide einzudringen und eine Blasenentzündung auszulösen.

Auch beim Gang auf die Toilette kann unbeabsichtigt eine Blasenentzündung verursacht werden. Da bei Frauen die Harnröhre nicht weit vom After entfernt liegt und außerdem relativ kurz ist, verglichen mit der der Männer, sollte nach dem Stuhlgang darauf geachtet werden, stets von der Scheide in Richtung After zu wischen, um die Verschleppung von Darmkeimen zu vermeiden. Finden die Darmbakterien ihren Weg in Scheide, Harnröhre oder Blase, verursachen sie dort nicht selten eine Infektion.

Auf den pH-Wert der Scheide kommt es an

Oftmals ist der Grund für eine Blasenentzündung bei Frauen eine Irritation der Scheidenflora, die durch übertriebene Intimhygiene, aber auch durch Faktoren wie Stress, Hormonschwankungen oder Antibiotika-Einnahme begünstigt wird. Ist die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht geraten, können Erreger leichter in die Harnröhre eindringen, wo sie sich vermehren und in der Folge eine Entzündung der Schleimhäute verursachen können.

 

Aber was genau ist eigentlich unter dem Begriff „Scheidenflora“ zu verstehen? Bei der Scheidenflora oder Vaginalflora handelt es sich um die Gesamtheit verschiedener Mikroorganismen, die den Intimbereich einer geschlechtsreifen Frau dicht besiedeln. Eine gesunde Scheide hat einen sauren pH-Wert, der zwischen 3,8 und 4,5 liegt. Viele marktübliche Pflegeprodukte unterstützen den natürlichen pH-Wert der äußeren Haut (pH von 5,5) und sind daher für die Intimpflege nicht geeignet.

 

Wenn du vermutest, dass deine Scheidenflora gestört sein könnte, kannst du beispielsweise zu Milchsäurepräparaten greifen. Die darin enthaltenen Laktobazillen tragen durch die Produktion von Milchsäure sowie durch die Erzeugung eines Biofilms, der die Ansiedlung von schädlichen Keimen verhindert, dazu bei, die Vaginalflora gezielt zu regenerieren und ein saures Scheidenmilieu wiederherzustellen.

Frau balanciert einbeinig in Yogapose auf einem Felsen am Ufer eines Bergsees

Die optimale Intimhygiene für eine gesunde Scheidenflora

Neben ihrem hohen Stellenwert bei der Vorbeugung von Haut- und Pilzerkrankungen ist die richtige Intimhygiene auch dafür entscheidend, eine gesunde Vaginalflora aufrechtzuerhalten und Infektionen wie Blasenentzündungen vorzubeugen.

Nachfolgend haben wir für dich die wichtigsten Punkte zusammengefasst, auf die du bei der Intimhygiene achten solltest, um deine Scheidenflora gesund zu halten:

Tägliche Reinigung

Die äußere Scheidenregion sollte einmal pro Tag mit lauwarmem Wasser gereinigt werden.

Verwendung spezieller Pflegeprodukte

Auf Reinigungs- und Pflegeprodukte wie handelsübliche Duschgels, Intimsprays, Feuchttücher oder Körperpuder solltest du bei der Intimhygiene verzichten. Eine sinnvolle Alternative sind spezielle Intimwaschlotionen, wie die Lactacyd® Intimwaschlotion aus der Apotheke, welche auf den natürlichen pH-Wert der Scheide abgestimmt ist. Achte aber darauf, dass du ausschließlich Produkte verwendest, die weder Alkohol noch Parfüm oder Seife enthalten, da diese Inhaltsstoffe den Schleimhautbereich reizen können.

Frau in weißem Kleid balanciert auf Holzbuhnen über Sandstrand ins Meer hinein

Wenn die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät, können Erreger leichter in die Harnröhre eindringen.

Keine Waschlappen und Schwämme

Textilien wie Waschlappen oder Reinigungsschwämme bieten Keimen und Bakterien einen idealen Nährboden und sollten daher zur Reinigung des Intimbereichs nicht verwendet werden. Nutze stattdessen sogenannte „Einmalwaschlappen“ oder Baumwolltücher, die nach Gebrauch ausgekocht werden sollten.

Binden und Tampons regelmäßig wechseln

Periodenprodukte sollten alle vier bis sechs Stunden (bei Bedarf auch häufiger) gewechselt werden. Große Tampons können vor allem bei schwacher Periodenblutung eine Austrocknung der Scheide bewirken und die sensible Vaginalschleimhaut verletzen.

Sorgfältiges Trocknen des Intimbereichs

Nach der Reinigung sollte der Intim- und Leistenbereich gründlich abgetrocknet werden. Wechsele das verwendete Handtuch am besten täglich und wasche es bei mindestens 60 Grad.

Die Wahl der richtigen Unterwäsche

Wäsche aus synthetischen Materialien, kunststoffbeschichtete Slipeinlagen oder Nylonstrumpfhosen können einen Wärme- und Feuchtigkeitsstau verursachen und so die Scheidenflora irritieren. Trage stattdessen lieber Unterwäsche aus reiner Baumwolle oder aus atmungsaktivem Material, das vermehrtes Schwitzen und die Entstehung eines feuchtwarmen Klimas verhindert.

Sorgfalt bei der Schamhaarentfernung

Enthaarungsgels und -cremes können den empfindlichen Intimbereich unnötig reizen, weshalb auf diese Produkte bei der Enthaarung verzichtet werden sollte. Bei der Rasur solltest du nur frische Klingen verwenden, um Entzündungen an den Haarwurzeln und Keimübertragungen zu vermeiden.

Achtung bei Intimpiercings

Vor allem nach dem Stechen eines Intimpiercings ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf eine regelmäßige, gründliche Reinigung mit klarem Wasser zu legen. Bereits kleinste Schleimhautverletzungen erleichtern es Keimen, in den Vaginalbereich einzuwandern und in der Folge eine Blasenentzündung hervorzurufen.

Weitere mögliche Ursachen einer Blasenentzündung

Du hast alle Tipps zur richtigen Intimhygiene konsequent eingehalten und bist trotzdem an einer Blasenentzündung erkrankt? Falsche Hygiene ist nur einer von vielen möglichen Auslösern für eine Harnwegsinfektion. Unter anderem kommen etwa auch häufiger Geschlechtsverkehr, ungünstige Ernährung und sogar der Partner als Auslöser einer Blasenentzündung infrage.

 

Daher ist es wichtig, dass auch Männer eine gründliche Intimhygiene nicht vernachlässigen.

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